Föhrster Storchennest
Bereits beim Dorffest am 3. September 2022 wurde klar, dass in Föhrste der Tatendrang groß ist. Im Rahmen der Aktion „Unser Dorf“ stellte sich Föhrste vor und präsentierte neben allerlei unterhaltsamen Aktionen auch eine Initiative, die weit über das Fest hinaus wirken sollte. Ein gemeinsamer Scheck in Höhe von 500 € wurde vom Zeitungsverlag F. Wolff & Sohn KG und der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine mitgebracht – und dank einer Voting Card stimmte die Mehrheit der Besucher eindeutig für ein neues Projekt: Ein Storchennest für Föhrste.
Von der Idee zum Konzept
Die begeisterten Stimmen sorgten für reichlich Gesprächsstoff und es stellten sich eine Reihe von Fragen, wie z.B.:
• Wo soll ein solches Nest errichtet werden?
• Welche finanziellen Aufwendungen kommen auf die DGF zu?
• Ist ein Spezialist für die Statik notwendig?
• Wie soll das Nest konkret aussehen?
Diese Fragen führten dazu, dass sich eine engagierte Arbeitsgruppe formierte. Mit viel Elan wurde das Bauvorhaben „Storchennest Föhrste“ ins Leben gerufen – ein Projekt, das bald Fahrt aufnahm.
Der Weg zur Baugenehmigung
Nach intensiven Diskussionen und Planungen fand sich schnell ein geeigneter Standort: Auf dem Betriebsgelände des Hofes Stadler. Im März 2023 machte das Ingenieurbüro Zeck umfassende Vorbereitungen für das Projekt, sodass bereits im Mai 2023 der Bauantrag gestellt und genehmigt werden konnte.
Bauliche Umsetzung und Herausforderungen
Im Oktober 2023 starteten die ersten Schachtarbeiten. Es war ein intensiver Einsatz:
Erste Betonarbeiten: Am 6. Oktober wurden 3,8 m³ Beton verarbeitet, wobei das anfängliche Fundament innerhalb weniger Tage mehrfach „geflutet“ wurde – ein Prozess, der den Bauarbeitern Einiges abverlangte.
Hochwasserpause: Von Dezember 2023 bis Februar 2024 machten Hochwasser die zweite Phase der Betonarbeiten unmöglich, doch in dieser Zeit wurden bereits erste Vorbereitungen getroffen: Der ursprünglich gelieferte Gittermast des Überlandwerks Leinetal wurde angepasst und erste Anbauarbeiten durchgeführt.
Präzision am Bau: Am 15. März 2024 stellte ein Team vom ÜWL Leinetal den Gittermast – millimetergenau mithilfe eines Kranes von Unimok – auf das Fundament. Kurz darauf wurde das zweite Fundament mit knapp 3,6 m³ Beton gegossen. Insgesamt fanden dabei 280 kg Bewährungseisen ihren Einsatz.
Storchencam – Der Blick ins Geschehen
Parallel zu den Bauarbeiten entstand das Projekt „Storchencam“. Die östlich ausgerichtete Kamera bietet bald einen faszinierenden Blick auf das entstehende Nest und die umliegende Landschaft. Sobald die Restarbeiten abgeschlossen sind, wird die Storchencam online gehen und den Fortschritt sowie das baldige Leben im Nest dokumentieren.
Erste Erfolgserlebnisse und die feierliche Einweihung
Das Warten auf den ersten Bewohner hatte sich gelohnt: Storch auf dem Nest: Bereits am 27. Juni setzte sich – vielleicht als „Frühbucher“ – der erste Storch auf das neue Nest.
Storchenpärchen: Nur kurze Zeit später, am 2. September, konnte sogar ein komplettes Storchenpärchen gesichtet, fotografiert und an die Verantwortlichen übermittelt werden.
Auch menschlich wurde das Projekt gebührend gefeiert. Am 07.07.2024 wurde das Storchennest im Beisein der Projektförderer, der Presse, der Helfer sowie zahlreicher Mitglieder und Freunde der DGF feierlich eröffnet. Bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen wurde nicht nur der bisherigen Erfolg gewürdigt, sondern auch optimistisch in die Zukunft geblickt.
Inbetriebnahme der Webcam und der PV-Anlage zur Stromversorgung
Am 29.03.2025 wurde die Webcam final installiert und die PV-Anlage zur Stromversorgung der Kameratechnik in Betrieb genommen. Großer Dank gilt dem Data Network Alfeld e.V. für die hervorragende technische Umsetzung.
Realisiert werden konnte das Storchennest mit Unterstützung nachfolgend genannter Institutionen
• Sparkasse Hildesheim Goslar Peine
• Zeitungsverlag F. Wolff & Sohn KG
• Bürgerstiftung Alfeld
• Volksbank eG
• Überlandwerk Leinetal GmbH
• Data Network Alfeld e.V.
sowie durch Privatspenden und durch viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit.
Ausblick
Mit dem erfolgreichen Bau und der positiven Resonanz aus der Vogelwelt steht das Storchennest Föhrste sinnbildlich für gemeinschaftliches Engagement und die Verbundenheit der Dorfbewohner. Das Projekt ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie lokale Ideen mit vereinter Kraft und Unterstützung Großes bewirken können. Das Storchennest Föhrste steht nicht nur für die erfolgreiche Umsetzung eines Projektes, sondern es symbolisiert auch das gelungene Miteinander in einer lebendigen Dorfgemeinschaft.